Top
Wie wir uns bewegen sagt viel über die Persönlichkeit aus - Körpersprache

Gehen und gesehen werden – was dein Gang über dich verrät

Jeder von uns hat seinen eigenen, unverwechselbaren Gang. Oft erkenne ich meine Freundinnen schon aus der Ferne aus einer Menschenmenge heraus nur anhand des charakteristischen Gang. Ebenso können uns aber auch fremde Personen, nur durch die Art wie sie an uns vorbei gehen, faszinieren und beindrucken.

Im Gehen erzählt unser Körper mehr über uns als bei jeder anderen Bewegung

Die Art des Gehens ist immer ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Einstellungen, momentane Gefühlslage und unser Temperament spielen hierbei eine führende Rolle.

So braucht jemand, der im Berufsleben eher kleine Schritte macht, klare Ordnung und Struktur. Ein klares Konzept und detaillierte Aufgaben sind dieser Person wichtig.

Im Gegensatz dazu, verliert sich eine Person von großen Schritten kaum in Details – der Fokus liegt am großen Ganzen. Details halten sie/ihn bei der Arbeit eher auf und irritieren. Bei großen Projekten, die sich lang ziehen kann es dieser Person helfen, Teilsteps einzubauen und das Erreichen dieser als abgeschlossenes eigenes Projekte zu sehen.

Ein schlendernder Gang weist auf ein verspielt, fröhliches Wesen hin – die Person arbeitet lösungsorientiert und ist gut darin, zwischenmenschliche Spannungen aufzuspüren. Nicht zu verwechseln mit dem schlurfenden Gang, der bedrückte Stimmung und Missbehagen zum Ausdruck bringt.

Eile mit Weile – Schnellgehen oder Schneckentempo?

Auch das Tempo macht einen Unterschied – wer es eilig hat geht zweckgemäß schnell. Im Berufsalltag wissen Schnellgeher genau was sie wollen und arbeiten sehr zielorientiert. Diese Personen können sich meist gut konzentrieren und es fällt ihnen leicht, Prioritäten zu setzen.

Personen, die zum schnellen Gehen tendieren haben interessanterweise vermehrt Probleme mit dem Nacken, als jene, die langsam gehen. Die Nackenmuskulatur ist eher unbeweglich und auch die Stirn- und Augenmuskulatur verkrampft leicht. Stretching, Faszientraining und Mobilitätsübungen sind ein guter Ausgleich!

Wer langsam geht, hat keine Eile. Personen mit langsamen Schritt strahlen Ruhe aus, sind aufgeschlossen und neugierig. Informationen zu sammeln ist Ihnen wichtiger als schnelle Resultate. Dadurch verlieren Sie sich jedoch oft auch mit Details und haben Probleme mit dem Zeitmanagement.

Wie du siehst, es gibt unzählig viele Arten zu Gehen und man muss diese Person nicht einmal gut kennen um zu erkennen, ob sie im Moment ängstlich, verunsichert, entschlossen oder selbstbewusst ist.

No Go`s im Büro

Einige No Go`s im Büro möchte ich dir aber nicht vorenthalten:

Deckung – Haltung:

Indizien:Kopf nach vorne unten Richtung Kinn / Hände schlaff herabhängend.

Wirkung: macht einen verängstigten, unsicheren Eindruck.

Boxkampf-Style:

Indizien: breitbeinig, lässig, angriffslustige Haltung  (wie beim Einmarschieren eines Boxers in der Wettkampfhalle) Wirkung:  aggressiv

Der  stolze Pfau:

Indizien: Nase hoch, arrogantes Lächeln.

Wirkung: weckt das Gefühl von Desinteresse und wirkt unsympathisch

 

So bewegst du dich authentisch

Das Trainieren der Körpersprache hat nichts mit Verstellen oder Schauspielerei zu tun. Es geht nicht darum, die Persönlichkeit zu verbergen oder Gefühle zu unterdrücken. Es ist vielmehr ein  Training der Körpersprache ist eine gute Schule der Achtsamkeit – je bewusster du dir deiner Haltung beziehungsweise deines Auftreten bist – je selbstbewusster wirst du!! Training zahlt sich also in mehrfacher Weise aus 🙂

Man spricht vom Rückkoppelungseffekt: auch wenn jemand körpersprachlich Selbstsicherheit in einer Situation vortäuscht (zum Beispiel bei einer Prüfung), verstärkt sich in dem Moment das selbstsichere Gefühl.

Gehen ist eine nonverbalen Art der Kommunikation

Das Trainieren der eigenen Gehweise hat somit Auswirkung auf diverse Situationen im Alltag Wer selbstsicher, mit gehobenem Haupt zum Bewerbungsgespräch kommt, wird von der Personalabteilung höchstwahrscheinlich anders wahrgenommen als jemand, der mit hängenden Schultern und schlurfenden Schritten kommt.

Nicht nur die Beine spielen bei der Bewegung eine Rolle – aber wohin nur mit den Händen?

Die Arme gehören zum Gehen dazu wie die Butter aufs Brot. Das Mitschwingen der Arme bedeutet Beweglichkeit. Ein eng angelegter Arm ist eine Schutzbarriere, die Person hat ein großes Schutzbedürfnis.

Wer die Arme hingegen locker neben dem Körper führt, möchte handeln und ist offen für Gespräche und Diskussionen. Nicht umsonst wird beim Militär eisern das Gehen mit synchron schwingenden Armen trainiert. (diese Art des Gehens empfiehlt sich jedoch nicht beim Bewerbungsgespräch 😉

Interessanter Fact noch am Rande: Wenn wir jemanden gegenüberstehen und begrüßen, beurteilen wir unbewusst, ob unser Bewegungsrhythmus im Einklang ist, also ob es sich um ein harmonisches Miteinander handelt.

Lust auf ein Training? #mondaymove

Das Gehen ist somit ein wesentlicher Aspekt des gesamten ersten Eindrucks und sollte nicht vernachlässigt werden.

Vielleicht hast du jetzt Lust bekommen und wirst aufmerksamer durch die Straßen und Bürogängen gehen, mit gehobenem Haupt versteht sich 😉

Für alle, die es trainieren möchten gibt es hier eine kleine Challenge für den Wochenstart:

Monday Move: Versuche heute (im Büro, beim Einkauf, in der Bahn) die Personen, mit denen du noch kein Wort gewechselt hast, nur anhand ihrer Gangart zu analysieren. Kannst du erkennen, ob die Person Stress hat oder sich gerade über etwas aufgeregt hat? Oder vielleicht kommt die Kollegin beschwingt durch den Flur weil sie gerade die erfreulichen Umsatzzahlen gelesen hat und sie dir diese jetzt gleich präsentieren möchte… ich wette du wirst erstaunt sein, was du schon alles weißt, ohne das ein Wort ausgesprochen wurde!

 

No Comments

Post a Comment